"14 Ein Ganzes" - Heute Hausstette - von Hustedi bis Horse Village

Die Dorfgemeinschaft Hausstette feierte im Jahre 1990 ihr 1100 jähriges Bestehen. Erstmals wurde der Name Hustedi um 890 in den Heberegistern des Kanonissenstifts Werden/Ruhr erwähnt. Dieses besondere Jubiläum war Anlass, die lange Hausstetter Geschichte und die Entwicklung aufzuarbeiten.

(Text u. Gestaltung Hubert Kröger) Für die Archivarbeit des Heimatvereins Bakum ist die Chronik "1100 Jahre Hausstette - 890-1990 ein hilfreicher Begleiter bei bestimmten Fragestellungen. Die Dorfgemeinschaft Hausstette hat zum 1100jährigen Bestehen von Hausstette ein umfangreiches Nachschlagewerk mit vielen Informationen für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Auch nach mehr als 30 Jahren  ist dieses fast 250 Seiten starke Buch für Heimatfreunde noch immer interessant. Da wir über Facebook und Instagram viele jüngere Besucher erreichen, können die Informationen für diese Altersgruppe in bestimmten Fällen ebenfalls interessant sein. Hier kann man erfahren, wie die Groß- und Urgroßeltern der heutigen User von sozialen Medien in Hausstette gelebt haben.

Die Hausstetter/innen können stolz sein, dass sie nunmehr vor 1130 Jahren bereits in einer Urkunde amtlich genannt werden.

Mit der heutigen Bilderserie zeigen wir eine sehr kleine Auswahl von Bildern, die im Archiv vorhanden sind. Es sind Bilder aus dem Bestand des OV-Fotografen Heinz Zurborg. Danken möchten wir auch Alfred Behrens, Hermann Busche und Herbert Warnking, die uns ebenfalls Bilder  im Laufe der Jahre zur Verfügung gestellt haben. Die Gruppe "Gesucht und Gefunden" trifft sich regelmäßig im Heimathaus und identifiziert zahlreiche Bilder der Vergangenheit. Maria Teschner kennt besonders Personen aus Hausstette und Lüsche. Diese Gruppe leistet eine wichtige und interessante Arbeit im Heimatverein Bakum.  Ein Bild ohne Namen ist eigentlich wertlos. Auch bei dieser Gruppe möchten wir uns herzlich bedanken.


Beginnen möchten wir diese Bilderserie mit Kardinal Clemens-August Graf von Galen, der nicht nur in Deutschland als der Löwe von Münster bekannt wurde. Bischof Clemens-August von Galen (gebürtig aus Dinklage) war 1940 anlässlich einer Firmung zu Gast in der Kirchengemeinde Vestrup und wird hier vor der Gaststätte Tiemerding in Hausstette feierlich von Josef Tegenkamp begrüßt. Der Gesangverein sang zum Willkommen. Ein Jahr später hielt Bischof von Galen seine berühmten Predigten gegen die Euthanasie im Dritten Reich. Mit seiner Rückendeckung führte die Südoldenburger Bevölkerung 1936 auch erfolgreich den Kreuzkampf gegen die Nazis.

Auch ein Kreuzkampf! Groß war das Entsetzen der Familie Plump mit vielen weiteren Hausstettern  am Morgen des Karfreitags (14.08.89) als unbekannte Täter den kompletten Korpus des Kreuzes mutwillig zerstört hatten. Lediglich 2 Hände mit dem Unterarm hingen noch am Kreuz. Der Korpus war verschwunden. Leider konnten die Täter nie ermittelt werden. Feierlich wurde das neue Kreuz vom Pfarrer Mayhaus geweiht. Nachbarn überbrachten den würdigen Kranz und Alfred Tabeling sorgte für die richtige Lautstärke der Segensgebete. Heute steht das Kreuz in direkter Nähe zum Wohnhaus der Familien Plump und Fangmann.


Hanna Koops (li) hat über Jahrzehnte alles gesammelt, was sie über die Geschichte ihres Heimatorts und der ehemaligen Pfarrgemeinde Vestrup in die Hände bekam. Sie trug die Erinnerungen der Hausstetter zusammen und schrieb sie auf, verfolgte die Stammbäume der Familien im Dorf und die Geschichte ihrer Höfe über Jahrhunderte nach. 2015 konnte sie mit ihrer Freundin Maria Teschner ein umfangreiches Buch von 370 Seiten erstellen. Inhalt dieser teilweise handgeschriebenen Seiten sind Berichte über den 1. und 2. Weltkrieg. In Ihrem Vorwort schreibt sie u. a.

"Mit meinem Bruder Willi (Bild oben), der im Jahre 1998 gestorben ist, habe ich oft über die Nachkriegszeit gesprochen. Unsere Erinnerungen habe ich aufgeschrieben. Als ich im Jahre 2006 durch eine "Makula-Degeneration" fast mein ganzes Sehvermögen verlor, konnte ich mein Schreiben nicht mehr beenden. Maria Teschner bot sich an, mit ihrem Laptop die Chronik weiterzuführen. Ich bedanke mich bei allen Heimatvertriebenen, die mir ihre Erinnerungen an die Vertreibung erzählt haben, bei Josef Themann, von dem ich die Todesanzeigen der gefallenen Soldaten aus der Oldenburgischen Volkszeitung erhalten habe, bei meinen Brüdern Willi und Otto, bei meinem Schwager Franz Josef Kenkel für Korrektur und ganz besonders bei Maria Teschner für ihre Hilfe." Auch diese Chronik der Geschichte in Hausstette ist lesenswert für die heutige junge Generation. Hanna Koops starb im Nov. 2015.


Auch in Hausstette findet man Bilder aus der Zeit der 20iger Jahre von Familien, die von einem unbekannten Fotografen erstellt wurden. Bild oben Familie Busse mit den Familienmitgliedern: Zu sehen sind hier Mitglieder der Familie Busse Joseph, Johannes, Johann, Verwandte, Josepha, Johanna, Theodor und Heinrich. Im nächsten Bild finden wir die Familie Busche. Pferde sind eigentlich immer auf allen Fotos zu sehen. Pferde hatten in der Landwirtschaft eine große Wertschätzung.


 

Am 18. Oktober 1962 verstarb im Alter von 65 Jahren Bürgermeister Georg Tabeling aus Hausstette. Er war seit 1948 als Bürgermeister für die Gemeinde Bakum ehrenamtlich tätig. Unter starker Teilnahme der Bevölkerung wurde er in Vestrup zu Grabe getragen. Eine unübersehbare Menschenmenge gab ihm das letzte Geleit.


 

Ende Januar 1960 erfolgte die feierliche Einweihung der neu erbauten Spar- und Darlehnskasse in Hausstette. Bild Mitte: Die Begrüßung nahm der 1. Vorsitzende Clemens Kathmann (li) vor, der die Gäste durch den modernen und zweckmäßigen Neubau führte. Bürgermeister Tabeling (re) gab der Hoffnung Ausdruck, dass mit diesem Neubau die ständige Wanderschaft der Spadaka Hausstette endgültig ihren Abschluss gefunden habe. Rendant der Hausstetter Bank war Heinz Blömer, der heute mit fast 93 Jahren in Mühlen lebt. Heinz Blömer, Franz Josef Kenkel und Heinrich Grafe freuten sich über die neuen modernen Arbeitsplätze. Auffallend auch die neue "Rechenmaschine".  Bei Rechenaufgaben verursachte dieser Rechner immer merkwürdige Gesräusche. Multiplizieren und Dividieren war nur über Umwegen möglich.


Maria Teschner erzählte uns, dass hier die Kinder Clemens und Elsbeth Thoben zu sehen sind. Das Foto entstand 1941 bei der Heirat von Josef und Wilhelmine Stromann geb. Hammoor. Noch heute soll der  Weg bei Meiers Busch, in der Nähe der heutigen Volksbank, teilweise erkennbar sein.

Ernst Plohr (wohnte in Nelinghof und war verheiratet mit Maria Stromann aus Hausstette) mit dem weißen Hut war regelmäßig mit seiner mobilen Dreschmaschine auch in Hausstette im Einsatz. 9 Personen sind hier bei den Drescharbeiten beschäftigt.

Von 1945 bis Juli 1979 hatte Frau Antonia Behrens die Leitung der Poststelle in Hausstette. Sie wurde an diesem Tag aufgelöst und nach Bakum verlegt, von wo aus die Post in Hausstette täglich zugestellt wurde.  Joseph Behrens (re) war  von 1950 bis 1972 für die Zustellung der Post zuständig. Landkraftfahrer Kröger (li) sorgte für den Transport der Post zur Poststelle in Hausstette.

In den 50iger Jahren war Hubert Assmann als LKW-Fahrer für die Firma Koops unterwegs. Der Mercedesstern und 2 weitere Begleiterinnen gaben dem LKW ein besonderes Aussehen.

Straße "Uppe Stadt"; Sicherlich ist Hubert Assmann auch diese für damalige Verhältnisse gute Straße mit Kopfsteinpflaster häufig gefahren. Das Kopfsteinpflaster wurde nicht als erhaltenswert eingestuft und irgendwann mit einem Teerbelag versehen. 

Schule in Hausstette

Mit 2 Klassenräumen und einer Lehrerwohnung wurde die Schule in Hausstette gebaut. Das alte Schulgebäude verkaufte man an Bernard Gerdes in Vestrup. Mit dem Zustrom von Vertriebenen nach dem 2. Weltkrieg wurde die Schule dreiklassig geführt. Im Zuge der Schulreform erfolgte die Umschulung der Oberstufe nach Bakum. Die Grundschule blieb noch bis 1971 bestehen. Seitdem besuchen die Grundschüler die Grundschule in Lüsche. Das Schulgebäude wurde verkauft.

Im digitalen Archiv des Heimatvereins Bakum sind Hunderte von Schulfotos der Schulen in Bakum, Schledehausen und Harme vorhanden. Der Großteil dieser Bilder ist mit Namen hinterlegt. Leider sind nur wenige Bilder der Schule in Hausstette vorhanden.

Damit auch in Zukunft diese Bilder erhalten bleiben, würden wir gerne weitere Bilder zum Digitalisieren aus Hausstette entgegennehmen.

Entlassungsschüler/innen Anfang der 40iger Jahre, vorne v. li. ??, Johanna Wolke, Josefa Wolke, Johanna Koops, Frau Schwertmann (Lehrerin), ??, hinten v. li. Benno Tiemerding, Theo Schuling, Heinrich Westendorf, August Tegenkamp, Josef Meyer und Heinz Tabeling.

Jahrgang 1935/36,sitzend v. li. Maria gr. Siemer, Johanna Pohlmann, Anna Schuling, Maria Meyer, Frieda Hamann, Clara Tabeling, Maria Bußmann, Hanna Mönning, Mitte Hermann Warnking, Clemens Meyer, ??, Elisabeth Macke, Franz Westendorf, Josef Pieper, Maria Meyer, Bernhard Marquering, Johannes Tiemerding, Franz Hellbernd, hinten Bernhard Westerkamp, Josef Tabeling, Josef Tegenkamp, Berthold Warnking, Berthold Tiemerding, Josef Meyer, ??

Schulfoto Ende der 40iger Jahre. Hier konnte uns Rainer Meyer viele Namen nennen, jedoch sind einige Schüler/innen uns noch unbekannt.

Ebenfalls ein Foto Ende der 40iger Jahre. Hier sind  jedoch noch keine Namen vorhanden. Gerne nehmen wir Hinweise entgegen.

Jg. 1936/37, sitzend v. li. Maria Pieper, ??, Maria Hörstmann, Maria Henke, Edith Belkowitz, Maria Oer, Elfriede Sündermann, Maria Schlarmann, hinten: Lehrer Grieshop, Johannes Busche, Albert Tabeling, Bernhard Bußmann, Hermann Warnking, Bernhard Bührmann, Siegfried Tiemerding, Hubert Wolke, Werner Augustin, Engelbert Pohlmann, Franz Hellbernd, Ehrenfried Scholz

Theateraufführungen der Hausstetter Schule waren in der Bevölkerung immer beliebt, v.l. Hedwig Bünger, Beate Busse, Agnes Bußmann, Albert Plump, Johannes Pohlmann, Hilda Tegenkamp, Renate Belkowitz, ?, Paul Busche

Hier führt die Schule im Saal Tiemerding "König Drosselbart" auf, v. l. Theresia Meyer, Hanna Bußmann, Renate Belkowitz, Maria Tabeling, Maria Meyer, Josef Plump, Werner Scheper, Hermann Beimforde, Otto Busche, Josef Tiemerding, Josef Meyer, Georg Meyer,

Zu Ostern 1956 entläßt Schulleiter Hermann Warnking 15 junge Menschen in das Berufsleben, das für alle bereits mit 14 Jahren begann.

35 Schüler/innen des 1. bis 4. Schuljahres wurden 1958 zeitgleich in einem Klassenraum unterrichtet. Gertrud Rasche konnte uns alle Namen dieser 6 bis 10jährigen Kinder nennen.

Im einzelnen 1 Günter Westendorf, 2 Heiner Beckermann, 3 Ludger Warnking, 4 Bernd Bührmann, 5 Otto Oer, 6 Klemens Kellermann, 7 Klemens Albers, 8 Klemens Busse, 9. Alois Beimforde, 10 Josef Kathmann, 11 Siegfried Maquering, 12 Karl Themann, 13 Werner Allbers, 14 Klemens Kathmann, 15 Heinz Macke, 16 Franz Kellermann, 17 Werner Tiemerding, 18 Alfred Bührmann, 19 Hermann Busche, 20 Dieter Westendorf, 21 Gertrud Hellbernd, 22 Sonja Reimann, 23 Brigitte Pätzold, 24 Ingrid Albers, 25 Dietlinde Lumma, 26 Maria Kurre, 27 Hanna Bührmann, 28 Elisabeth Hellbernd, 29 Ruth Tiemerding, 30 Theresia Kellermann, 31 Carola Reimann, 32 Hannelore Scholz, 33 Maria Maquering, 34 Christa Themann, Rita Oer, 36 Alfons Morthorst, 37 Heinz Schlotmann und 38 Clemens Meyer. Diese damaligen Kinder sind heute zwischen 69 und 72 Jahren. Einige sind leider bereits verstorben.

Hermann Warnking war seit 1936 Lehrer in Hausstette. Als Schulleiter wurde er 1968 in den Ruhestand verabschiedet. Bild unten: Gemeindedirektor Kordes und Bürgermeister Hölscher bedankten sich bei der Verabschiedung mit einem Präsentkorb. Mit auf dem Bild Ehefrau Elisabeth Warnking geb. Blömer.


In Hausstette gibt es keinen Sportverein. Hausstetter Fußballer spielten und spielen traditionell bei BW Lüsche. So auch 1971; als BW Lüsche 1971 die Meisterschaft gewann, spielten 6 aktive Fußballer aus Hausstette in dieser erfolgreichen Mannschaft. Es waren die Spieler Bernhard Bührmann, Clemens Meyer, Klemens Kellermann, Engelbert Kellermann und Josef Bocklage. Wie Engelbert Kellermann uns erzählte, gehörte auch Josef Kellermann zum Team, der sich 2 Wochen vor diesem Fototermin verletzte und somit nicht dabei sein konnte.

1956: Der Bau einer neuen Brücke zwischen Hausstette und Carum. Bereits 1932/33 erfolgte eine wesentliche Verbreiterung und Vertiefung des Fladderkanals. Regelmäßige große Überschwemmungen wiederholten sich zu dieser Zeit regelmäßig.

Gaststätte und Hof Beimforde in den 60iger Jahren. Auffällig der Karmann-Ghia von VW, ein Sportwagen, der die Blicke bereits auf sich zog. Ein VW-Käfer war das Auto der Zeit und der Mercedes stand immer häufiger in den Garagen der Höfe. Die Gaststätte Beimforde war auch die Vereinsgaststätte des Reitervereins.


Gasthof Tiemerding

Für viele der damaligen jungen Generationen bleiben besonders die 60iger und 70iger Jahre des vorigen Jahrhunderts bei Tiemerding in Hausstette unvergessen. Der Saal Tiemerding mit seiner Gaststätte und Sektbar war am Wochenende (samstags und auch sonntags) der Treffpunkt der jungen Leute aus den umliegenden Dörfern der LK VEC und CLP einschließlich der Gemeinde Bakum. Hier lernte man sich oft auch ein wenig näher kennen. Unzählige Beziehungen für das gesamte Leben entstanden. Das Wort "Parship" war völlig unbekannt. Das Team mit Johannes Westendorf, Paul Belkowitz, Alfred und Otto Tiemerding sorgten für einen reibungslosen Ablauf des Abends. Ein Jägerschnitzel, nach Mitternacht liebevoll zubereitet von Maria Tiemerding (li) und Emma Tiemerding, bildete den Abschluss des Abends.

Aber auch für weitere Veranstaltungen wie Tanzunterricht, Hochzeiten, sonstige Familienfeiern, Tagungen und besondere Festbälle von Vereinen und Organisationen fanden und finden im Saal Tiemerding statt.

So auch 1979 als die Landwirtschaft ihren Ball mit der Übergabe der Meisterbriefe feierte. (Bild unten) Die erfolgreichen Absolventen aus dem gesamten LK Vechta können wir hier nennen: Bernhard Rolfes Mühlen, Bernd Gers-Uphaus Neuenkirchen, Heinz Fehrmann Astrup, Josef Möhlmann Visbek, Arnold gr. Kohorst Dinklage, Karin Hörstmann Dinklage, Renate Rießling-Erdbrügge Neuenkirchen, Günter Brüggemann Vörden,  Henry Böckermann Damme, Josef Bertelt Damme, Heinz Moormann Holdorf, Clemens Hölscher Elmelage, Heinrich Wolking Mühlen und Josef Busse Schledehausen.

Wir wünschen der Familie Tiemerding und uns allen, dass diese jetzige außergewöhnliche Zeit bald ein Ende hat.

Die Anzahl der Gäste, die in mehreren Jahrzehnten diese Theke im Saal Tiemerding für vergnügliche Stunden genutzt haben, ist nicht bekannt. Nach einer Saalrenovierung mit einer neuen Theke kann der Heimatverein dieses bekannte "Möbelstück" im Heimathaus wieder für die Bewirtung seiner Gäste nutzen.


Zahlreiche Bilder von alten Bauern- und auch Heuerhäusern befinden sich im digitalen Archiv. Stellvertretend für diese Häuser zeigen wir den Giebel des Hofes Kathmann. Am 10. Aug. 1999 brannte der Hof bis auf die Grundmauern nieder. Anschließend erfolgte der Wiederaufbau.

Ob Pfingsten, Weihnachten oder bei Hochzeiten im Ort: Wenn es in Hausstette etwas zu feiern gab, trafen sich viele Einwohner in der alten Dorfschmiede. Immer mit dabei und oft auch Initiator der Feiern war der Schmiedemeister Hubert Zerhusen. Seine Schmiede war der Mittelpunkt des Dorflebens - und er war der Mittelpunkt der Schmiede. 1957 hatte er die Schmiede vom frühverstorbenen Georg Börgerding übernommen. Hubert Zerhusen starb im Febr. 2000 im Alter von 70 Jahren.

In der Schmiede traf man sich nicht nur, wenn wieder einmal der Schlepper streikte. Die Schmiede entwickelte sich zu einem Kommunikationszentrum, denn hier pulsierte das Dorfleben. Alle wichtigen Themen wurden auch manchmal hitzig diskutiert. Hubert Zerhusen war dann nicht nur Schmied, sondern auch häufiger Schlichter.

Bild oben: Natürlich traf man sich auch zur Gratulation von Brautpaaren, die auf dem Weg zum nahegelegenden Festsaal Tiemerding unterwegs waren. Auf den Bildern oben sind zu sehen Clemens Tabeling, Heinz Schlotmann, Hubert Zerhusen, Walter Nobis, Erwin Meier, Bernard Bührmann, Georg Hanken, Clemens Albers, Berthold Tiemerding, Franz Bocklage, August Meyer, Gottfried Schlotmann, Bernd Bürhmann und Klaus Andre. Auf dem nächsten Bild  Heinrich Westerkamp Thomas gr. Siemer, Herbert Pulsfort, Dieter gr. Siemer, Dietmar Hülsmann und Marion Pulsfort.

Freitags erfolgt auch heute noch die Abgabe eines gültigen Tippscheins für die Bundesligaspiele am jeweiligen Wochenende. V. li. Heinz Schlotmann, Josef Plump, Heinz Klaas, Bernhard Bührmann, Alfred Tabeling, Gregor Marquering, Herbert Pulsfort, Walter Nobis, Hubert Zerhusen, Josef Morthorst und Werner Schuling. Den Präsentkorb überreichte die Tippgemeinschaft Hubert Zerhusen zum 40jährigen Betriebsjubiläum im Jahre 1997.

Das Bild zeigt die beiden Brautwagen der Hochzeitspaare Otto und Maria Tiemerding geb. Nuxoll sowie Alfred und Maria Tiemerding geb. Lüken, die am 1. Juni 1950 eine Doppelhochzeit feierten. Auf dem Rückweg von der Vestruper Kirche wurde der Hochzeitszug bei Schierholt angehalten. Die Dorfgemeinschaft gratulierte und freuten sich auf entsprechende Getränke. Vorne auf dem Auto sitzend Maria Schierholt.

In der Nähe der KFZ Werkstatt Busche sorgt KFZ-Meister Heinrich Busche für den Stopp der Hochzeitsgäste. Trauzeuge Josef Sommer und Bräutigam Josef Behrens verabreichen den Hochzeitsschnaps. Paul Hellbernd als junger Lehrling wird vom Meister entsprechend eingewiesen.


Reiterverein Hausstette

Es war wohl Pfingstmontag 1949 als der junge Reiterverein Hausstette die 2. große Pferdeleistungsschau im Kreise Vechta durchführte. Besonders erwähnt wurde im damaligen OV-Bericht der reibungslose Verlauf der konkurrenzreichen Veranstaltung auf der Weide von Bauer Schuling und Bauer Koops am Gemeindeweg Hausstette - Lüsche. Dank einer ausgezeichneten Lautsprecheranlage waren die kompetenten Ansagen von Lehrer Warnking bis in die letzte Ecke des Reitplatzes zu hören. Fünftausend pferdesportbegeisterte Zuschauer waren anwesend. Vom prächtigen Wetter begünstigt boten besonders die Siegerehrungen ein wundervolles Bild. Alles in allem war die Pferdeleistungsschau ein Erfolg, der dem Reit- und Fahrverein Hausstette Ehre machte. Die gesamte Organisation dieser außerordentlichen Veranstaltung lag in den Händen der damaligen Hausstetter Lehrer Hermann Wanking, Franz Hellbernd und Aloys Kellermann.

Reiterfeste waren auch die jährlichen herbstlichen Fuchsschwanzjagden mit den Reitervereinen aus Hausstette, Dinklage und Lohne. Als jugendlicher Reiter durfte der Verfasser dieser Seite mit seinem Bruder Franz-Josef für den RV Dinklage ebenfalls in Hausstette an den Start gehen. Die genaue Plazierung in einem Trabrennen ist nicht mehr bekannt. Der RV Hausstette war nicht nur bei Reitsportveranstaltungen im Oldenburger Land erfolgreich unterwegs, sondern es war selbstverständlich, dass bei besonderen Veranstaltungen wie Sänger-, Musikfesten oder krichlichen Veranstaltungen die Reiterr immer einen festlichen Rahmen bildeten.

In der Blütezeit des Reitervereins Hausstette war allerdings der Begriff Horse Village noch nicht bekannt. Horse Village nennt man heute ein Baugebiet im Bereich der Bauerschaft Hausstette mit entsprechenden Baumöglichkeiten.

Sängerfest 1959 in Vestrup, v. li. Hermann Sperveslage, Gregor Pohlmann, Klemens Beimforde, Heinz Tabeling, Hermann Beimforde, Eduard Schuling

Bischofsbesuch 1962 in Vestrup v. li. Engelbert Pohlmann, Willi Koops,, Heinz Tabeling, Josef Tegenkam Vestrup, Clemens Beimforde, Josef Kellermann Hausst., ??, Hermnan Beimforde und Josef Kellermann Vestrup

Nicht immer sind uns alle Namen bekannt. Gerne nehmen wir entsprechende Hinweise entgegen. Hier präsentieren sich die Reiter zur Siegerehrung anlässlich der Fuchsschwanzjagd im Jahre 1960, v. li. Hermann Beimforde, Aloys gr. Siemer, ??, Ferdi Blömer Höne, ?? und Bernard Bussmann

Sängerfest 1965 in Vestrup, Josef Kellermann, Clemens Kathmann, Werner Albers, Reiter mit Standarte wurde nicht erkannt.

Zwei "Urgesteine" im damaligen Pferdesport, auf dem Pferd sitzend der Hausstetter Eduard Schuling im Fachgespräch mit dem Bünner Clemens Prüllage (Prenger)

Sängerfest 1965 in Vestrup, nach dem Lied "Hab mein Wagen voll geladen mit jungen Mädchen" führt Aloys gr. Siemer den Ehrenwagen der jungen Damen Christa Thole, Maria Willenbrink und Monika Willenborg vor zahlreichen Zuschauern durch Vestrup.

Zahlreiche Zuschauer verfolgten die Fuchsschwanzjagden in den 60iger Jahren in Hausstette.

OV-Fotograf Heinz Zurborg fand 1962 diese umfangreiche Trophäensammlung des Reitervereins beim Vereinslokal Beimforde in Hausstette.

Siegerehrungen bildeten immer einen würdigen Abschluss eines Reitturniers. Hier sind die Hausstetter Reiter versammelt mit Edu Schuling, Engelbert Pohlmann, Clemens Beimforde, Bernard Bußmann und Clemens gr. Siemer.

Mit dem Beweisfoto, dass nicht nur die Pferde über die Hindernisse getrieben wurden, beenden wir die Bildserie vom Reiterverein Hausstette.


Hausstetter "Schweinerei" ist YouTube-Hit

Mit der obigen Überschrift berichtete die OV am 11. 12.20 in ihrer Ausgabe über eine Hausschlachtung, die der Heimatverein Bakum als Film im YouTube-Kanal veröffentlichte. Walter Menzel filmte in den 70iger Jahren eine Hausschlachtung mit Oskar Scholz in Hausstette. Sohn Wolfgang Menzel überreichte das gesamte Filmmaterial seines Vaters im Juni 2020 dem Heimatverein Bakum zur weiteren Verwendung. 70.000 User haben diesen Film bereits gesehen. Allerdings ist der Film seit einigen Tagen nur noch im eigenen Youtubekanal mit mindestens 18 Jahren  sichtbar. Der für damalige Zeit selbstverständliche Tötungsvorgang des Schweines (ca. 10 Sekunden im Film)  wurde als  nicht jugendfrei eingestuft. Auch Oskar und Inge Scholz haben sich sehr über das große Interesse gefreut. 

Im Vergleich zu heute hatte die Hausschlachtung auch in Hausstette einen sehr hohen Stellenwert, war doch die Versorgung mit Fleisch einzig und allein durch selbst aufgezogene Rinder, Schweine, Geflügel und Schafe gewährleistet. Zur Selbstversorgung der eigenen Familie aus Hof und Garten gehörten auch Hausschlachtungen dazu. Nicht nur für die Bauernfamilien waren sie eine Selbstverständlichkeit, sondern auch für die gesamte ländliche Bevölkerung. Nachdem das Schwein "borstenrein" war gehörte ein Schnaps für Oskar Scholz, hier li. im Bild mit seiner Frau Inge und Martin Ueberschär, zur Hausschlachtung dazu. Bernard Tappehorn, ebenfalls Hausschlachter in Hausstette, erwähnte 1947 bei seinem Ausscheiden, dass er rund tausend Kühe und zehntausend Schweine als Hausschlachter geschlachtet habe. 

Fortsetzung folgt mit der Bauerschaft



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